Die britischen Rentenbehörden stehen unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass einigen Selbstständigen Sozialversicherungsbeiträge irrtümlich zurückerstattet wurden und damit ihr künftiges Renteneinkommen auf dem Spiel steht.
Der Fall zeigt, wie anfällig Rentenkonten sind, wenn Fehler passieren, und er reicht weit über das Vereinigte Königreich hinaus. In Deutschland, wo die Altersvorsorge ebenfalls ein zentrales Thema ist, unterstreicht er, wie wichtig es ist, Beiträge korrekt zu erfassen, um spätere Verluste zu vermeiden.
Auslöser sind die Class-2-National-Insurance-Beiträge – eine Pauschale, die britische Selbstständige früher zahlten, um Rentenansprüche zu erwerben. HM Revenue and Customs (HMRC) räumte ein, dass einige Rückerstattungen fälschlich erfolgten, sodass die offiziellen Konten so aussehen, als wären für das betreffende Jahr keine Beiträge geleistet worden. Da die staatliche Rente an eine Mindestzahl angerechneter Jahre gekoppelt ist, kann schon ein einziges fehlendes Jahr die spätere Auszahlung verringern.
Rentenkonto prüfen
Für jemanden im Vereinigten Königreich kann ein verlorenes Beitragsjahr 342 £ (405 €) weniger Rente pro Jahr bedeuten – aufsummiert sind das mehr als 5.400 £ (6.370 €) während eines durchschnittlichen Ruhestands. Um die volle staatliche Rente von knapp 11.973 £ (rund 14.000 €) pro Jahr zu erhalten, müssen 35 vollständige Versicherungsjahre nachgewiesen werden.
Der frühere Pensionsminister Steve Webb riet Selbstständigen, ihre Konten zu überprüfen und gegebenenfalls freiwillige Nachzahlungen zu leisten, um die Lücken zu schließen. HMRC hat sich entschuldigt und erklärt, an einer Lösung zu arbeiten, doch Kampagnenvertreter warnen, dass viele Betroffene den Fehler erst Jahre später bemerken könnten – wenn eine Korrektur deutlich schwieriger ist.
Auch für euch, die ihr im System der Deutschen Rentenversicherung versichert seid, sind die Parallelen offensichtlich: Genau wie in Großbritannien lohnt es sich, das eigene Versicherungskonto regelmäßig zu checken. Fehler sind zwar selten, können euch aber Tausende Euro an Alterseinkünften kosten, wenn sie nicht rechtzeitig korrigiert werden.
